Der vor den Ost- und Westwinden geschützte Talkessel war schon lange vor unserer Zeitrechnung Siedlungsgebiet. Bei Hausbauten und besonders in den Sandgruben, die nordöstlich des Ortes liegen, werden immer wieder Nachweise einer Frühbesiedlung zutage gefördert: Urnen mit und ohne Leichenbrand. Auch die Hallstatt-Menschen, später dann die Römer und Salzfrächter, die mit ihrer kostbaren Fracht dem Eselsweg von Orb zum Neckar fuhren, wussten die milde Lage des Ortes zu schätzen und bauten hier ihre Häuser.
Großheubach gehörte zur alten "Zent zur Eich" und blieb es in Strafsachen auch dann, als der Deutsche Ritterorden Prozelten zum Verwaltungsmittelpunkt des Unteramtes machte. Am Ende des 12. Jahrhunderts waren die Schenken von Klingenberg die Grundherren von Großheubach, um 1270 die Herren von Bickenbach. Diese wurden 1291 in der Grundherrschaft vom Deutschen Ritterorden abgelöst. Von 1483/84 bis zum Jahre 1803 gehörte der Ort zum Gebiet des Kurfürsten von Mainz. In dieser Zeit waren mehrere kleine Adelsgeschlechter Inhaber von kleinen ritterlichen Lehen - man spricht von 42 Rittergütern -, von Nutzungen, Gefällen und Zehnten. Nach Auflösung des Kurstaates Mainz fiel Großheubach an das Großherzogtum Frankfurt. Bei der Länderneueinteilung 1814 durch den Staatsvertrag mit Österreich wurde Großheubach dem Königreich Bayern zugeordnet. Bis zum heutigen Tag ist es dabei geblieben:
Großheubach am Main, im Freistaat Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken.
| ~ 1000 v. Chr. | Urnenfelder Gräber |
| ~ 900 n. Chr. | Erste Urkundliche Erwähnung |
| ~ 1200 n. Chr | im Besitz der Herren von Klingenberg, der Herrn von Bickenbach und des deutschen Ritterorden |
| ~1300 | 1. Kapelle auf dem Engelberg |
| 1483 | neuer Herr ist der Bischof von Mainz |
| 1612 | Bau des historischen Rathauses |
| 1829 | Franziskanerkloster auf dem Engelberg |
| 1896 | Bau der heutigen Pfarrkirche |
| Fläche: | 1.900 ha davon sind 714 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche, 718 ha Waldfläche (560 ha Gemeindewald), 95 ha Wohngebiet, 22 ha Gewerbegebiet |
| Lage: | im Maintal (Mainviereck) zwischen den Ausläufern von Spessart und Odenwald , 3 km nordwestlich von Miltenberg |
| Höhe: | Ortskern Großheubach 132 m über NN Weiler Klotzenhof 222 m über NN, Kloster Engelberg 250 m über NN, Roßhof 266 m über NN, Waldabt. Busig 341 m über NN, Waldabt. Ospisrain 439 m |
| Bevölkerung: | ca. 5.200 Einwohner |
| Wirtschaftsstruktur: | Gewerbe- und Industriebetriebe (ca 1.100 Arbeitsplätze): Kupferschmieden, Weinbau und Obstplantagen, Fremdenverkehr, Gastronomie, Omnibusbetriebe, Handwerk |
| Klima: | mildes, thermisches Klima warme Sommer, schneearme Winter, im Frühjahr und Herbst häufig Nebelbildung infolge des Mains |
| Entfernungen: | Miltenberg 3 km, Aschaffenburg 35 km, Würzburg 65 km, Frankfurt 75 km |
| Verkehrsanbindungen: | Anbindung durch Mainbrücke an die Bundesstraße 469 Kleinheubach zur Autobahnanschlussstelle Stockstadt, Bahnhöfe in Miltenberg und Kleinheubach |
| Sehenswürdigkeiten: | Historisches Rathaus, erbaut 1612 in altfränkischer Fachwerkbauweise Pfarrkirche St. Peter, erbaut 1609 im romanischen Stil Abendanz´sches Haus, erbaut um 1600 Kloster Engelberg mit Wallfahrtskirche, gegründet etwa um 1300, 1630 - 1639 Bau des Klosters der Kapuziner, seit 1828 Franziskanerkloster |
| 878 n. Chr. | Name "Heidebach" |
| 1358 n. Chr. | Name "Grozzenheidbach" |
| ab 1814 | durch die Länderneueinteilung "Großheubach am Main" |
Gespalten von Silber und Rot; vorne ein schwebendes schwarzes Andreaskreuz mit Tatzenenden, hinten ein sechsspeichiges silbernes Rad.
Das Gericht zu Großheubach führte von 1654 bis mindestens 1804 ein eigenes Siegel. Sein Bild zeigt ein großes Andreaskreuz, bewinkelt oben von dem Monogramm IHS mit Stern, beiderseits von je einer heraldischen Rose und unten von einer Pflanze mit drei Blüten. In dem Kreuz darf man das für den Ort und das Ortsgericht etwas abgeänderte Wappen des Deutschen Ordens sehen, der 1291 bis 1483 die Herrschaft ausübte. Die übrigen Symbole entziehen sich der historischen Deutung; sie hatten wohl nur religiösen oder allegorischen Sinn. Bei der Umgestaltung des alten Siegelbildes zum Gemeindewappen 1956 wurde nur das Kreuz berücksichtigt und mit dem Rad des Kurstaats Mainz als der Landesherrschaft seit 1484 verbunden.
Der Weinbau hat in Großheubach eine lange Tradition. Er lässt sich urkundlich bis in das Jahr 1254 zurückverfolgen. Wie seit Jahrhunderten wachsen die Reben überwiegend auf den steilen, quergezeilten Natursteinterrassen, wie sie nur am Untermain zu finden sind. Auf den hier vorherrschenden Böden, dem verwitterten Buntsandstein, die ein für die Rebstöcke überaus günstiges Kleinklima schaffen, gedeihen samtige, vollmundige und körperreiche Rotweine wie z. B. der blaue Spätburgunder, aber auch elegante, feinfruchtige Weißweine mit einer herzhaften Säure, die den Gaumen eines jeden Weinliebhabers stets auf´s neue begeistern.
Die Weinfeste ziehen aus nah und fern ein begeistertes Publikum an. Seit 1989 hat der Großheubacher Weinbauverein einen Weinlehrpfad gestaltet. Hier kann sich der interessierte Wanderer ein Bild über die verschiedenen Rebsorten und Anbaumethoden machen.
Der Weinanbau kannte seine Blütenzeit im 17.- und 18. Jhdt. Zu dieser Zeit war der Franken Wein ein richtiger Modewein. Der Wein war nicht nur Volksgetränk sondern auch Kapitalanlage. Frankfurt war zu dieser Zeit der Hauptumschlagsplatz. So ist es auch zu erklären, dass der Weingroßhändler Johann Simon Abendanz aus Distelhausen eine Filiale in Großheubach eröffnete. Er kaufte im Großraum Tauberbischofsheim und Großheubach den Wein billig auf und konnte mit großem Gewinn (ca. 100 %) weiterverkaufen. Er verfügte über Niederlassungen in Distelhausen. Augsburg und Großheubach. Später hatte er durch die Heirat seiner Tochter mit einem Frankfurter Weinhändler auch in Frankfurt eine Niederlassung. Im Jahre 1796 war Großheubach mit einer nachgewiesenen Rebanbaufläche von 101 ha die größte Weinbaugemeinde im Umland.
Ende des 18. Jht ging der Weinanbau rapide zurück. Gründe waren die Konkurrenz der Pfalz-, Mosel- und italienischen Weine, sowie einige schlechte Erntejahre. Einige Jahren konnte man auf die Weinreserve zurückgreifen, aber 1797 gab es fast keinen Wein mehr am Untermain. Außerdem wirkte sich die Einführung des bayerischen Salzmonopols 1814 sehr nachteilig auf den unterfränkischen Weinhandel aus. Damit wurde der Salzimport aus Hessen und Sachsen verboten, weshalb diese Länder daraufhin keinen unterfränkischen Wein mehr abnahmen.
Die Rotsandsteinverarbeitung ist gut 145 Jahre alt, denn um 1860 wurden die ersten Steinbrüche aufgemacht und zwar von einem gewissen Storch aus Amorbach und von den Großheubachern Martin Zeuner und Augustin Stapf. Sie waren keine kapitalskräftigen Männer, weshalb ihre Unternehmungen nur klein blieben. Die Rotsandsteingewinnung und Verarbeitung erlebten einen Aufschwung, als um 1870 die Firmen Alexander Arnold und Kaspar Winterhelt Steinbruchgelände aufkauften und Steinhütten errichteten. Die Blütezeit der Rotsandsteinindustrie in Großheubach liegt zwischen 1880 und 1900, denn in diesen Jahren arbeiteten in den Steinbrüchen bis 50 Mann und in den Steinhütten bis 100 Steinhauer. Die ausgebeuteten Steinbrüche könnten Beweise dafür sein.
In einer Steinhütte, dem „Steinwerk Schmitt", wird heute noch dieses alte Handwerk ausgeübt. Neben dem Rotsandstein werden neuerdings auch andere „exotische" Steine verarbeitet.

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