Wir waren für Sie auf Entdeckungsreise in unserer Heimatgemeinde Großheubach und haben einige interessante Bauwerke oder geschichtsträchtige Orte zusammengestellt, welche Sie bei einem Besuch in Großheubach besichtigen können. Natürlich findet sich auf dem Weg zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten die eine oder andere Einkehrmöglichkeit wieder.
Das alte Rathaus von Großheubach Das historische Großheubacher Rathaus wurde 1611/1612 als Sitz eines Unteramtmannes für das Amt Prozelten durch den Baumeister Otto Oswald Heppeler, in altfränkischer Fachwerkbauweise erbaut und bildet heute den Eingang zu dem liebevoll gestalteten Altortbereich Großheubachs.
Die Bauherren waren:
"Infolge eines Gelübdes im Jahre des Heils 1772", so eine Sockelinschrift, richtete man die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk in der Nähe des historischen Rathauses am Heubach auf. Im November 1926 wurde die Heubachbrücke an der Hauptstraße umgebaut. Die beiden Rotsandsteinbögen sind geblieben, wurden aber wegen der Fahrbahnverbreiterung etwas vergrößert. Das Gewölbe selbst wurde "abgekämmt", wie die Steinhauer sagen, damit die damalige Steigung verringert wurde.
Am 30. September 1885 unterzeichnete Bürgermeister Simon Dosch die von der Fürstin Sophie von Löwenstein bereits am 29. August 1885 ausgestellte "Stiftungsurkunde" zur Errichtung der St. Elisabethenanstalt in Großheubach. Die Stiftung war mit einem Kapital von 10.000 Mark ausgestattet, das laut Stiftungsurkunde "... zur Gründung einer Kranken- und Kinderbewahrungsanstalt, zunächst zur Erwerbung und Einrichtung eines hierzu passenden Hauses und Gartens unter folgenden Bedingungen ....." verwendet werden sollte: Diese Anstalt sollte allzeit unter der Leitung von katholischen Ordensschwestern stehen.
Vor der Restaurierung des Abendanz-Haus in den Jahren 1987 bis 1990 mochte man diesem Gebäude wegen seines heruntergekommenen Zustandes nicht ansehen, welch große Geschichte sich in ihm barg: Im 18. Jht. war es eine Zweigniederlassung eines bedeutenden Weinhändler Frankens und nach der Säkularisartion für eine Zeit Zufluchtsort des letzten Abtes des Klosters Amorbach.

In seinen Anfängen wurde das Haus wohl noch im späten 16. Jht, spätestens jedoch kurz nach 1600 erbaut. In dieser ersten Bauphase war der Bau sowohl innen wie außen fachwerksichtig erstellt und das Erdgeschoß in Bruchsteinmauerwerk - Sandstein- errichtet worden. Beherrscht wird die Außenfassade von der Fachwerkkonstruktion im Obergeschoss mit ihrer reichen Ornamentik. Typisch für die Bauzeit sind die aufwendig geschweiften Diagonalbalken, sog. Kopfbänder, in den die Fenster von einander abteilenden Gefachen der Frontfassade. Im Brüstungsfeld fallen die reich beschnitzten Ziergefache auf, deren Muster zur Mittelachse der Frontfasade symmetrisch angeordnet sind. Besonders beachtenswert ist die aus miteinander gekreuzten, geraden und geschweiften Balken bestehenden flechtwerkartige Konstruktion der Brüstungsgefäche des zweiten bzw. vierten Fensters. Neben den Schwellen uns Rähmbalken sind auch die Eckständer profiliert und beschnitzt. Die stark stilisierten Gesichtschnitzereien am nördlichen und westlichen Eckständer, die ursprunglich farbig bemalt waren, sind sog. Neidköpfe. Sie sollten alles Böse, Neid und Missgunst vornehmlich, abwehren. Das gesamt Fachwerk war schon in der ursprünglichen Fassung mit einer roten Balkenfarbe hervorgehoben. Auffallend ist die Hofeinfahrt mit ihrem profilierten steinernen Rundbogen. Dieser Torbogen, von dessen Art noch manche an den früheren Freihöfen des Ortes erholten sind, deutet auf einen relativ großen Umgriff des Anwesens. Das Haus besitzt auch einen tonnengewölbten Keller, dessen Gewölbe in gutem, trockenem Zustand ist.
Die Treppe zum Obergeschoss stammt aus dem 19. Jht. und beeindruckt durch ihre schlichte und doch handwerklich ansprechende Ausführung. Sie ersetzt eine ursprünglich vorhandene Barocktreppe, deren Geländer aus Vollbalustern noch in Teilen um das Treppenloch im Obergeschoss erhalten ist. Eine Empiretür und eine weitere Tür aus dem Obergeschoss mit reichen Barockvolutbeschlägen sind leider nicht mehr vorhanden. Das abgewalmte Satteldach wird von einem zweibödigem Kehlbalkendachstuhl getragen, der mit Windaussteigungen mittels halbhoher Streben verstärkt ist. Im zweiten Dachboden haben die Aussteifungen durchweg die Form von Andreaskreuzen.
1983 wurde an dem inzwischen total verwahrlosten Haus notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. In einem Gemeinderatsbeschluss von 1985 wurde beschlossen das Haus zu erhalten und zu restaurieren. Diese Maßnahme wurde von 1978 bis 1990 durchgeführt. Dabei wurde das verputzte Fachwerk wieder freigelegt und teilweise erneuert. Die Originalfassade wurde wiederhergestellt und das Dach neu eingedeckt. Das Erdgeschoss erhielt einen neuen Verputz nach Resten der unter dem alten Putz freigelegten Architekturmalerei. So wurde das zuvor unscheinbare und heruntergekommene Gebäude zu einem Schmuckstück Großheubachs.
Heute ist der Eselsweg eine beliebte Wanderstrecke für Jung und Alt. Von Schlüchtern aus gelangt man auf den Spuren der alten Handelsreisenden nach Großheubach, wovon der Eselsweg weiter in die salzreichen Regionen Baden Wüttembergs führt.
Der Wanderweg führt meistens durch dichte Spessart-Wälder, vorbei an Steinanhäufungen und noch vielen geschichtlichen Orten - eben etwas für „Geschichtsinteressierte".
Früher, als die Landwirtschaft noch einer der wichtigsten Erwerbsquellen war, gab es in Großheubach zwei Sauställe mitten in den Wäldern des Spessarts. Hier wurden die Säue gemästet und durch einen Säuhirt bewacht. Einer der Sauställe befindet sich auf dem Ospis, besser bekannt unter "Sohl", während der zweite auf dem Busig zu finden ist. Beide Sauställe weisen unterschiedliche Bauweisen der Umzäunung auf, während der eine durch senkrecht aufgestellte Sandsteine eingezäunt ist, wurden beim zweiten Saustall auf dem Busig Mauern aus Sandstein aufgesetzt. Zur Umzäunung wurden bei beiden Sauställen einfache Hütten für den Sauhirten erbaut, damit dieser bei seinen Schweinen übernachten konnte. Hintergrund für diese entlegenen Aufenthaltsorte ist der Gestank der Tiere sowie die nähe zum Futter, denn die Schweine wurden mit Buchäckern und Eicheln gefüttert. Gegen 1920 wurde auch der letzte Saustall aufgegeben und ein Großteil der Steine wurde von den Bauern abgetragen und verbaut, weshalb heute nur die Grundmauern zum Teil noch zu sehen sind.
Der geschichtliche Ursprung des "Engelbergs" lässt sich nicht mehr genau feststellen, ist aber um etwa 1300 zu suchen. Es gilt als sicher, dass in der Nähe des heutigen Klosters eine heidnische Kultstätte existierte. Eine Berghöhe mit dem Namen Rulesberg und ein gewaltiger Felsblock mit einer schüsselartigen Vertiefung, genannt Hünenstein oder Heuneschüssel, geben heute noch Kunde davon. Etwa um 1300 wurde auf dem Rulesberg eine einfache Holzkapelle errichtet und dem Erzengel Micheal als Kämpfer gegen die heidnischen Götter gewidmet. So wurde aus dem "Rulesberg" der "Engelsberg".Außerdem führen zwei große Wanderwege am Kloster Engelberg vorbei. Einmal der Eselsweg und dann der fränkische Rotweinwanderweg. Mehr Informationen über diese beiden Wanderwege finden Sie auf unserer Webseite.
Versteckt, mitten im Wald befindet sich der sog. Pfaffenbrunnen, welcher seinen Namen durch Priester, welche ursprünglich „Pfaffen“ genannt wurden, erhalten hat. Damit sind die ersten Mönche vom Kloster Engelberg gemeint, welche früher den Kapuzinern angehörten.
Nachdem die damalige steinerne Wasserrinne immer wieder durch Laub sowie Erde verschmutzte, wurde diese durch gusseiserne Rohre im Jahre 1877 unter der Leitung der Franziskaner ersetzt. Im Jahre 1929 verlor der Pfaffenbrunnen endgültig seine Bedeutung, als das Kloster an das Wasserversorgungssystem des Markt Großheubachs angeschlossen wurde.
An der südwestlichen Bergseite des Spessarts, zwischen Miltenberg und dem Kloster Engelberg gelegen, befindet sich die kleine Waldkapelle „Maria-Hilf“. Dieser sakrale Bau ist weithin bekannt und wird von den zahlreichen Pilgern, die ihren Weg vom Kloster oder zum Kloster nehmen, gerne als Zwischenstation besucht. Für den Erhalt waren schon immer die Franziskaner Patres vom nahen Kloster Engelberg zuständig. Erst im Jahr 2024 haben die Patres ihr Kloster aufgelöst und damit auch die Zuständigkeit für „Maria Hilf“ an die Kirchengemeinde bzw. an die Marktgemeinde Großheubach abgegeben.
Die Entstehung von „Maria-Hilf“ ist wegen der fehlenden Quellenlage bis heute nicht endgültig geklärt. Das Unterfränkische Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg hat in einer aktuellen Publikation erklärt, dass eine „Sibylla Christina von Avila“ die Maria-Hilf-Kapelle um 1696 gegründet habe. Ihr Mann, der Besitzer des Freihofs in Großheubach, sei 1695 verstorben und wurde in der Klosterkirche auf dem Engelberg bestattet. Die früher nur aus Holz und Lehm erbaute Kapelle wurde im 19. Jahrhundert durch die Fürsorge der Franziskaner mit Wänden aus Stein versehen.
Letztmals wurde Maria-Hilf im Jahre 1995 renoviert, doch der Bausubstanz dieser kleinen Kirche droht die Gefahr des Überalterns. Erst vor wenigen Jahren hatten Stürme das Dach und die Außenfassaden beschädigt. Eine generelle Renovierung des Inneren der Kapelle erfolgte auf Initiative des Vereins „Förderkreis Engelberg“ im Frühsommer 2025.
Im Zuge der Renovierung der Maria-Hilf-Kapelle sollen in einer zweiten Phase die 287 Stufen zur und von der Kapelle in Richtung Engelberg renoviert werden. Kreuzwegstationen flankieren die „Staffeln“, sie haben unter den Witterungseinflüssen sehr gelitten. Auf einer der Stufen ist die Jahreszahl 1890 eingemeißelt. Wenn mit diesem Eintrag das Jahr der letzten Renovierung dokumentiert wurde, so ist die letzte Instandsetzung vor über 130 Jahren erfolgt. Je nach Spendenhöhe ist es möglich, Stufen zu personalisieren, das heißt, Stufen zu erwerben und mit dem Spendernamen zu versehen. Der „Förderkreis Engelberg“ nimmt gerne Spenden entgegen.
Quelle: Bernhard Setzer - Weithin bekannt und denkmalgeschützt - Meine News ↗
Die Staustufe liegt auf der Großheubacher Gemarkung, doch gehört der Schleusenkanal nach Kleinheubach. Mit dem Bau der Staustufe wurde im Jahre 1925 begonnen, im Januar 1932 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Kosten sollen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro liegen.
| 1247: | erster Pfarrer, Kirche war ein Holzbau |
| 1519: | erste Glocke |
| 1609: | Bau einer massiven Wehrkirche mit Wehrmauer, Wehrgang und Zinnen |
| 1895-1897: | Ausbau der Kirche zu ihrem heutigen Aussehen |
| 1949 | Anschaffung von vier Glocken |
| 01.08.1958: | Zerstörung des Turmes durch ein Unwetter |
| 1987 | Renovierung der Kirche |

Die Pfarrei zu Großheubach ist sehr alt. Als Patrozinium wird seit jeher „Cathedra S. Petri ap. Antioch" gefeiert. Der erste namentlich bekannte Seelsorger wird 1247 erwähnt. Die erste Kirche war ein Holzbau, welcher im Jahre 1609 einer massiven Wehrkirche weichen musste. Die Wehrmauer, von der noch ein Rest steht, war sechs Meter hoch, einen Meter dick und besaß einen Wehrgang und Zinnen innerhalb der Mauer. Aus dieser ersten Kirche stammt der Taufstein mit der Jahreszahl 1403.
Die erste Kirchenerweiterung durch Anbau der Seitenschiffe erfolgte im Jahre 1738.
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